Steyr AMR / IWS 2000 "Prototyp"
Technische Daten:
Kaliber: 15,2 mm Spezial APFSDS
(Armour Piercing Fin-Stabilized Discarding Sabot)
System: Halbautomatischer Rückstoßlader mit langem Rohrrücklauf
Verriegelung: rotierender Bolzen
Patronenzufuhr: seitlich eingeführtes 5 Schuss Magazin
Gewicht: 18 kg
Länge: 1800mm
Lauf: 1200mm Glattrohr
Visierung: Zielfernrohr 10 fache vergrösserung
Mündungsgeschwindigkeit: 1.450 m / s (± 10 m / s)
Max-Kammer-Druck: 4.800 bar
Gegen Ende der 80er Jahre machte sich die Firma Steyr-Mannlicher GmbH Gedanken über die Bekämpfung von Materialzielen, mit denen der Soldat auf dem Modernen Gefechtsfeld konfrontiert werden kann: gepanzerte und ungepanzerte Fahrzeuge, gedeckte Unterstände und Bunker, Hubschrauber, Radar und ähnliche Überwachungs- und Beobachtungssysteme usw. Die schier endlose Liste möglicher Ziele brachte Steyr-Ingenieure zu dem Schluß, dass sich mit herkömmlichen Gewehr und Maschienengewehren die meisten dieser Ziele nicht erfolgreich bekämpfen lassen. Dies im Hinterkopf und gewiss auch im Hinblick auf die in den USA wachsende Bedeutung der Gewehre im Kaliber 12,7 mm x 99 (.50 BMG) setzte Steyr auf das >Projekt 5075< genannte Vorhaben zur Entwicklung eines großkalibrigen Präzisionsgewehrs, das sich gegen eine Vielzahl von Zielen - abgesehen von Kampfpanzern - einsetzen lässt. Die beiden wichtigsten Vorgaben waren ausreichende Wirkung gegen Hartziele und eine möglichst hohe Anfangsgeschwindigkeit (und die daraus resultierende flache Flugbahn und Höhenabweichung). Dies führte letztlich zur Entwicklung einer Spezialmunition Kaliber 14,5 mm, die ein flügelstabilisiertes Pfeilgeschoß mit einer Anfangsgeschwindigkeit von rund 1400 m/s auf den Weg bringt und einer entsprechenden Waffe mit abnehmbarem Lauf, die von einer zweiköpfigen Mannschaft transportiert und bedient werden kann. Weitere Voraussetzungen nach Maßgabe des Pflichtenheftes: Konzentrisch wirkendes Bremssystem zur Rückstoßkompensition, sowie eine hochwirksame Mündungsbremse, die zusätzlich dem Rückstoßimpuls entgegenwirkt. Erste Versuchstests mit einem Prototyp ergaben, dass die Sache im Prinzip funktionierte: Der aus Wolfram bestehende Geschosspfeil durchdrang auf eine Distanz von 1000 Metern noch mühelos 40 mm dicken Panzerstahl, wobei die höchste Flugbahnerhebung 80 cm über der Visierlinie lag. Bei der Waffe handelt es sich um einen halbautomatischen Rückstoßlader mit langem Rohrrücklauf und Munitionszuführung aus einem seitlich eingesetzten Fünf-Schuss-Magazin. Die ersten Testergebnisse führten zu verschiedenen Abänderungen. Deren bemerkenswerteste ist die Kalibervergrößerung auf 15,2 mm. Außerdem wurde das Projekt umgetauft in "Infantry Weapon System 2000" (Infanterie-Waffensystem 2000, IWS 2000). Die Entwicklungsarbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Sie beziehen sich auf technische Vereinfachung und Gewichtsverringerung sowie auf eine vollautomatische Funkzion. Außerdem wird an einer Ausführung mit Zuglauf gearbeitet, welche den Einsatz eines größeren Laborierungssortimentes zulässt. Kennzeichend für die 15,2 mm Munition sind die Metall/Kunststoff-Kombinationshülse und das 20 Gramm schwere Pfeilgeschoss. Dieses wird auf 1000 Meter mit praktisch jedem leichten Hartziel fertig und selbst auf mehr als 2000 Meter erweist es sich noch als sehr effektiv gegen leichter gepanzerte Ziele. Wie vermutet, ist das IWS2000 mit einem zehnfachen Zielfernrohr ausgestattet.

