Das Sturmgewehr (Abk.-> StG o. StGw) ist eine schnell feuernde militärische Langwaffe mit einstellbaren Feuerarten (Einzelschuss, 3- Schuss Feuerstoss oder Vollautomatisch) und einer Magazinkapazität zwischen 20 und 40 Schuss. Es wird als Gasdrucklader- typisches Beispiel hier das Colt M16- oder als Rückstoßlader- weiteres typisches Beispiel ist das Heckler & Koch G3- gefertigt.

Das erste Sturmgewehr im technischen Sinne wurde im Jahre 1913 vom Waffenkonstrukteur Wladimir Fedorow in Russland entwickelt. Er orientierte sich damals an der japanischen 6,5 mm Gewehrpatrone des Arisaka-Karabiners. In diesem Sinne war seine Konstruktion ein automatisches Gewehr, das Langpatronen verschoss. Dennoch reichten die Kapazitäten der russischen Industrie damals bei weitem nicht aus, um diese Waffe und dazugehörige Munition in Serie herstellen zu können. Auch in den 30er Jahren und zu Beginn des Zweiten Weltkrieges produzierte die Sowjetunion voll- und halbautomatische Maschinenkarabiner (AVS-36, SVT-38 und SVT-40), deren Produktion aber zugunsten der Maschinenpistolenproduktion in der zweiten Hälfte des Krieges eingeschränkt und schließlich ganz eingestellt wurde.

Entwickelt im 2. Weltkrieg von deutschen Waffentechnikern, sollte das Sturmgewehr es dem Infanteristen eine feuerstarke Mittelstreckenwaffe als Ersatz für den bis dahin üblichen Karabiner oder die Maschinenpistole liefern. Es hatte sich herausgestellt, dass die im Karabiner 98k verwendete Munition im Kaliber 8x57 IS abgesehen von dem geringen Munitionsvorrat von fünf Schuss viel zu leistungsstark für die üblichen Kampfentfernungen von ca. 100- 200m war. Das gleiche Manko galt unter umgekehrten Vorzeichen für die Maschinenpistole- hier war die verwendete Patrone 9x19 zu leistungsschwach um die übliche Kampfentfernung abzudecken.

So wurde im Jahr 1943 unter der Bezeichnung MPi 43 das erste Sturmgewehr entwickelt. Diese Tarnbezeichnung war nötig, da Hitler hemmend in die Entwicklung eingriff und er es sich als ehemaliger Frontsoldat anmaßte, besser zu wissen, was ein Infanterist benötigte. Seiner Meinung nach sollte der Infanterie "der lange Arm" -sprich der Karabiner mit Kampfentfernungen von über 1000m- nicht genommen werden.

Im Jahr 1944 und dem sich abzeichnenden Zusammenbruch des Deutschen Reiches wurde die MPi 43 dann doch Priorität und als StG 44 an die Soldaten der Wehrmacht ausgegeben. Es verfeuerte die ebenfalls neu entwickelte Mittelpatrone 8x33. Diese war im Wesentlichen eine gekürzte Version der Standardpatrone 8x57 IS.

Heckler & Koch G36 Heckler & Koch G36