Lauf Profile
Jeder Lauf hat ein Innenprofil. Es existieren zwei verschiede Profilformen: Gezogene und nicht gezogene (nicht: ungezogene!!) Laufprofile. Die gezogenen Läufe gibt es in den Varianten [Feld-Zug] und [Polygon]. Die Züge dienen dazu, das Geschoss in eine Rotation um seine Längsachse Drall zu versetzen. Dies erzeugt einen Kreiseleffekt, der das Geschoss stabilisiert und damit die Zielgenauigkeit wesentlich erhöht. Erstmals wurden um 1600 Waffen mit gezogenen Läufen gefertigt.
Glatt
Läufe mit einem glatten Innenprofil werden hauptsächlich bei Flinten für den Schrotschuß und in früherer Artillerie für Kanonenrohre eingesetzt. Außerdem für einige Kurzwaffen, die nur im Nahbereich eingesetzt werden. Mit speziellen Geschossen kann aber auch hier eine hohe Treffgenauigkeit erzielt werden.
Feld-Zug
Das Feld-Zug-Profil schneidet sich mit seinen scharfen Kanten in das Geschoss und zwingt es entsprechend der Dralllänge in eine Rotation um seine Längsachse. Idealerweise verwendet man mit diesem Profil Mantelgeschosse (-> Polygon). Sehr schnelle (weiche) Bleigeschosse können über die Zug-Feld-Kanten rutschen und der Drall wird nicht vollständig übertragen, was zu Präzisionsverlusten führen kann.
Als Felder werden die erhabenen, und als Züge die dazwischen liegenden Bereiche bezeichnet. Das Kaliber der Waffe bezeichnet i.d.R. einen gerundeten Zwischenwert von Felddurchmesser und Zugdurchmesser. Z.B. das Kaliber 9 mm Para: Der Felddurchmesser soll 8,82 mm und der Zugdurchmesser 9,02 mm betragen.
Polygon (Vieleck)
Der Polygonlauf besitzt im Gegensatz zu Läufen mit Feld- Zugprofil keine Einschnitte (Züge) oder Leisten (Felder), sondern überträgt den Drall mit Hilfe von Führungsflächen. Dadurch bedingt folgen die Geschosse dem Drall mit einem gewissen Schlupf, was bei herkömmlichen Feld-Zugläufen nicht der Fall ist.
Dadurch dass der Lauf lediglich spiralförmige Führungsflächen, jedoch keine Kanten besitzt können sich weniger Rückstände im Lauf absetzen. Der Verschleiß ist i.d.R. geringer als bei einem Lauf mit Feld- Zugprofil.
Der Laufquerschnitt von Polygonläufen ist dabei einem regelmäßigen Vieleck (Polygon) angenähert. Polygonläufe sind in der Regel gasdichter als Läufe mit Feld- Zugprofil und erreichen so eine höhere Mündungsgeschwindigkeit.
Der Drall des Laufes stabilisiert das Geschoß während seiner Beschleunigung durch den Lauf, indem das Projektil in Form des Laufprofils geprägt wird und dieses somit dem Drall mit Drehungen um seine Längsachse folgt. Dies dient der Richtungs- und Flugstabilität.
Polygonläufe sind wegen des o.g. Schlupfes häufig empfindlicher auf Geschoßwechsel als Feld- Zugläufe.
Polygonprofile sind eine sehr alte Entwicklung. Bereits im 17. Jhd. gab es Versuche mit dreickigen oder quadratischen Laufprofilen, sogar herzförmige Profile konnten nachgewiesen werden. Im 19. Jhd. kamen Militärwaffen mit gezogenen Läufen immer mehr in Mode – auch mit polygonalen Profilen (1854 Withworthprofil, 1860 Henry-Polygonprofil, 1865 Metford mit sogenannten Kreis-Segment.-Zügen).

Bei den Polygonprofilen wird auch noch unterschieden zwischen Hexagonalen und Octagonalen Laufprofil. Diese sind vertreten bei den Pistolen der Firma Glock, wobei das octagonale Laufprofil vorwiegend bei den Pistolen im Kaliber .45 verwendet wird um eine bessere Gasdichte zwischen Geschoß und Lauf zu erzeugen.
Hexagonal - Sechseck
Octagonal - Achteck

